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Das Fehlen zuverlässiger Angaben über den Polnischunterricht in Deutschland erschwert die Diagnose der Lage wie auch die Ausarbeitung einer Strategie. Wir verfügen über einige Teilbeschreibungen und Statistiken, die je nach Verfasser nur ausgewählte Aspekte des Polnischunterrichts im Blick haben (Polnisch an den Schulen und an den Hochschulen, Polnisch in der Erwachsenenbildung, Polnisch für Muttersprachler usw.) bzw. die unterschiedlichen Situationen in einzelnen Bundesländern skizzieren (eine Quelle solcher Teilangaben sind z.B. die Antworten der Landesregierungen auf Anfragen der Abgeordneten, zugänglich im Internet).

Ganzheitliche Berichte der Kultusministerkonferenz bzw. der Arbeitsgruppe "Polnische Sprache und Polonistik in Deutschland" gab es bisher drei: eine Übersicht über Polnischunterricht in Deutschland von 2002, über die Polonistik und den Sprachunterricht an den Hochschulen von 2003 und noch eine Übersicht von 2007. Sie haben heute einen eher historischen Wert. Vor allem an den Hochschulen veränderte sich die Situation radikal in den Jahren 2003-2004. An dieser Stelle ist der letzte Bericht von 2007 nachzulesen, solange der deutsch-polnische Bildungsausschuss keine neuen Angaben veröffentlicht hat. Bericht über den Deutschunterricht in Polen, den die polnische Seite des Ausschusses erstellt hat, kann als Vergleichsfolie dienen.

Der Aufmerksamkeit der Politik auf Landes- und Bundesebene entgeht in der Regel die Erwachsenenbildung, die in die Kompetenz der Kommunen fällt (VHS) bzw. privat organisiert ist, obwohl die Zahl der Lernenden in verschiedenen Polnischkursen die Zahl der Schüler und Studenten, die Polnisch belegen, übersteigt. Der Eindruck, welchen das Kursangebot für Erwachsene im Internet vermittelt, hat allerdings wenig mit der Wirklichkeit zu tun (viele Kurse kommen ganz einfach nie zustande). Die Zahlen müssen daher (leider!) nach unten korriegiert werden. Zuverlässige Angaben liefert die Statistik des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung. Die neuesten Zahlen für 2009 sind hier zu finden.

Alle Kolleginnen und Kollegen, die über belastbare, z.B. in ihren Einrichtungen gesammelten Angaben verfügen, bitten wir, diese der Bundesvereinigung zukommen zu lassen. Das erleichtert uns die Analyse der Lage und die Vorbereitung einer eigenen Expertise.